Meine wissenschaftliche Arbeit kreist um Fragen der Demokratietheorie, der Philosophischen Anthropologie, der Tugendethik sowie der Geschichtsphilosophie. Ideengeschichtlich liegt mein Fokus auf antiker Politischer Philosophie und auf der Philosophie, Soziologie und Theologie des frühen 20. Jahrhunderts.
Seit dem Wintersemester 2025 bin ich Postdoc-Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.
Mein Forschungsprojekt fragt unter dem Arbeitstitel „Personale Demokratie“ nach den Potentialen personalistischer Denktraditionen einerseits für die Analyse der Krise (bzw. Krisenhaftigkeit) der liberalen Demokratie, andererseits für den Entwurf einer freiheitlichen politischen Ordnung. Meine These ist: Personalistische Denktraditionen eröffnen neue Perspektiven auf Demokratie als Lebensform und können dazu beitragen, den politischen Imaginationsraum wieder zu öffnen.
Der moderne Personalismus entsteht zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Frankreich in Auseinandersetzung mit der Phänomenologie, der Dialogphilosophie und unterschiedlichen Krisentheologien. Als (im Selbstverständnis) „Dritter Weg“ zwischen Liberalismus, Sozialismus und dem entstehenden Faschismus präfiguriert er einen „Post-Liberalismus“, der gegen anti-humanistische Kipppunkte der liberalen Moderne immunisieren will.
Ausgehend von der ideengeschichtlichen Auseinandersetzung mit dem Personalismus in der europäischen Zwischenkriegszeit und seiner Entwicklung und Transformation in der Nachkriegszeit schlage ich einen breiteren Begriff des Personalismus vor. Personalismus in diesem Sinne umfasst sozialphilosophische, philosophisch-anthropologische, politiktheoretische, soziologische und literarische Ansätze, die ausgehend von der körperleiblich, relational und historisch vermittelten Erfahrungswirklichkeit des Menschen einen normativen und dynamischen Personenbegriff entwickeln. Hiervon ausgehend lässt sich das ethische Defizit des Liberalismus und lassen sich Fragen des guten Lebens adressieren, die im liberalen Diskurs randständig sind.
Eine vollständige Übersicht meiner akademischen Arbeit findet sich hier.
Publikationen
Monographien
Ironie und Urteil. Ironische Historiographie und die Entdeckung des Politischen bei Thukydides (= THOUKYDIDEIA 003), Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 2024.
Wo Hoffen zugleich Haben ist. Hoffnung als historischer Faktor bei Thukydides, wgb young academic: Darmstadt 2020.
Aufsätze
The Riddle of the Great-Souled eiron. Virtue, Deception and Democracy in the Nicomachean Ethics, in: Elenchos. Journal of Studies on Ancient Thought 44/2 (2023).
The theatricality of human affairs: Thucydides in Arendt, Thucydides with Arendt, in: Bulletin of the Institute of Classical Studies 2025.
Rezensionen
Radikaldemokratische Sprachlosigkeit. Lesenotiz zu Chantal Mouffes Towards a Green Democratic Revolution, theorieblog.
Konferenzberichte
Rector Maris. Sextus Pompeius und das Meer, in: H-Soz-Kult, 11.09.2017.
Vorträge (Auswahl)
- "Only trough a repair of time...": Zeit und Geschichte des Postliberalismus, Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Mai 2026.
- Postliberalismus und Politische Theologie, Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, November 2025.
- Das Licht der (digitalen) Öffentlichkeit. Eine Annäherung mit Helmuth Plessner, 31. Tagung des Bayrischen Promotionskollegs für Politische Theorie, März 2023.
- Prekäre Exzentrizität. Die Demokratie der letzten Generation, Colloquium Politische Theorie, Universität Bonn, Jan. 2023.
- Intuitionismus und Geschichtslosigkeit. Karl Mannheims Kritik des Faschismus als Modell einer Populismuskritik, Konferenz „Die Zeit des Populismus“, CAU Kiel, Nov. 2022.
- The dialectic of transition. Nostalgia and utopia in hermeneutics and postcolonial thought, MANCEPT-Workshops, Manchester, Sept. 2022.
- Ideologic temporalities. Revisiting Karl Mannheim's "Ideology and Utopia", Konferenz “Time and History in Modern Political Thought", Tallinn University, Juli 2022.
- Karl Mannheim’s Liberal Anti-Liberalism, Workshop “Beyond Anti-liberalism? Lessons from Experience", University of Milan, Juni 2022.
- Discovering the political. Thucydides, irony, and democracy, conference “Irony and Democracy in Classical Antiquity and Modernity”, RU Bochum, Mai 2022.
- „what is profitable goes with security, and that which is just and honourable with danger“? The Athenian Security Discourse in Thucydides , conference “Cultural perceptions of safety. Reflecting on modern and pre-modern feelings of safety in in literature, philosophy, art and history”, Open Universiteit, Jan. 2021.
- Von der Fragilität der Welt. Thukydides und Hannah Arendt, Colloquium Alte Geschichte, Universität Köln, Nov. 2019
Lehre
Im Sommersemester 2024 habe ich an der Universität Bonn ein Seminar zur Ideengeschichte des Generationenbegriffs und Theorien intergenerationaler Gerechtigkeit gegeben.